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Unsere Eltern waren für ein verlängertes Wochenende in den Urlaub gefahren. Mein jüngerer Bruder und ich freuten uns schon lange auf die sturmfreie Zeit. Auch meine beste Freundin Steffi wollte die elternfreien Tage mit uns genießen. Gemeinsam entschieden wir erstmal etwas Leckeres zu kochen und anschließend einen spannenden Film im Fernsehen zu gucken. Wir hatten noch nicht die erste Gabel Nudeln im Mund, als sich der Himmel mit einem Male verfinsterte und ein Platzregen auf uns niederprasselte. Wir flohen samt Essen ins Wohnzimmer. Hungrig ließen wir uns dort nieder. Als wir uns den ersten Pastalöffel in den Mund schoben, ließ uns ein gewaltiger Donnerschlag zusammenzucken. Wir hatten uns gerade von dem Schrecken erholt, als wir auf einmal Musik aus meinem Zimmer hörten. Wie konnte das sein? Ich wollte der Sache auf den Grund gehen und wagte mich ins Zimmer und siehe da: der CD-Spieler hatte sich selbstständig gemacht. Wir beschlossen, dass dies genug Aufregung für den Abend gewesen sei und entschieden uns gegen einen spannenden Film und für eine Quizsendung. Doch selbst dabei blieben unsere Nerven nicht lange geschont. Auf einmal wechselte einfach das Bild und wir sahen nur noch ein Testbild. Als dann auch noch der Plattenspieler ein Eigenleben entwickelte und eine Platte abspielte, hielt uns nichts mehr auf dem Sofa. In der Küche bewaffneten wir uns mit Pfannendeckeln und begaben uns auf Inspektionstour durch das ganze Hause. Kein Winkel den wir nicht absuchten: jeder Schrank wurde geöffnet, unter jedes Bett gesehen und hinter sämtliche Türen geguckt. Letztere verschlossen wir dann schließlich von außen, damit niemand zu unseren Schlafzimmern durchdringen konnte. Aber auch diese Maßnahme konnte unsere Nerven nicht beruhigen. Wir spannten durch das ganze Treppenhaus eine durchsichtige Schnur, an deren Ende wir zwei metallene Schuhlöffel befestigten. Damit wollten wir Einbrecher, Gespenster oder Geister in die Flucht schlagen. Müde und etwas beruhigter legten wir uns schlafen. Als ich am nächsten Morgen schlaftrunken zur Toilette gehen wollte, hatte ich unseren unsichtbaren Einbrecherschutz längst vergessen. Prompt lief ich selber in die Falle, die Schuhlöffel fielen auf den Boden und schepperten ohrenbetäubend. Ein Riesenschreck fuhr mir in die Glieder. Auch mein Bruder und Steffi schreckten aus dem Schlaf, sprangen aus Bett und wollten den Einbrecher stellen. Als sie feststellten, dass ich für den Lärm verantwortlich war, fingen wir alle drei erleichtert an zu lachen. Bis heute wissen wir nicht, wie sich CD-Spieler, Fernseher und Schallplattenspieler am jenem Abend selbständig machen konnten. Hatten wir den CD-Spieler versehentlich programmiert, wechselte der Fernseher das Programm wegen des Gewitters? Aber warum ging der Plattenspieler an? Oder hatten doch übersinnliche Kräfte ihre Finger im Spiel? Es passierte in der Halloween-Nacht 2005. Ich hatte ein wirklich tolles Kostüm. Als Vogelscheuche verkleidet mit Ästen im Haar und alten Klamotten erkannte mich so schnell niemand. Meine Freundin Anna hatte ein altes Bettlaken umgeworfen und zog als Geist durch die Straßen. Wir wollten Süßigkeiten erbeuten, indem wir die Leute an den Haustüren erschreckten. So wie es der Brauch an Halloween ist: „Süßes oder Saures“. Also beschlossen wir erstmal die Burgstraße abzuklappern, denn dort wohnten viele Bekannte meiner Eltern. Am Ende der Burgstraße, die sehr steil anstieg, stand eine alte Ruine, in der vor langer Zeit ein Gutsherr gewohnt haben soll. Wir hatten bereits jeder eine halbe Tüte voll mit Süßigkeiten und waren fast am Ende der Straße angekommen, da sah Anna einen schwarzen Punkt auf uns zurollen. In der Dunkelheit konnten wir nicht erkennen, was es genau war, aber es rollte stetig auf uns zu. Immer näher und näher kam der Punkt. Erst als ich erkannte, was da auf uns zu rollte ergriff ich die Flucht. „Da rollt ein Kopf auf uns zu!“, schrie ich Anna an. Wir rannten die Straße herunter, als wenn es um unser Leben ging. Als ich mich umschaute, verfolgte uns der Kopf immer noch. Ich war mir ganz sicher, dass es sich um den Kopf des alten Gutsherrn aus der Ruine handelte. Plötzlich sah ich eine offene Garage. Ich zerrte Anna hinein und wir ließen den Kopf an uns vorbei rollen. Völlig außer Atem kauerten wir hinter dem Auto und trauten uns gar nicht mehr heraus. Anna war es schließlich, die neugierig aus der Garage schritt und sich den Kopf des Gutsherrn genauer ansehen wollte. Sie verließ die Garage. Während ich noch lautstark versuchte sie zu warnen, vernahm ich bereits ihr gekichere. Am Ende der Burgstraße war der Kopf nämlich auf der Straße liegen geblieben. Dort konnte man ihn ganz genau sehen und es war weder der Kopf des Gutsherrn noch ein Geist. Es handelte sich um einen ganz einfachen Kürbiskopf, den jemand aus Spaß die Burgstraße herunter gerollt hatte. Ein toller Spaß dachten wir uns, auch wenn wir wirklich froh waren, dass es sich nicht um den Kopf des Gutsherrn handelte. In den Sommerferien mieteten meine Eltern ein altes Schloss, um die ganzen sechs Wochen dort zu verbringen. Zu diesem Schloss gehörte auch ein alter Friedhof auf dem unter anderem auch die Gruft der Königsfamilie erbaut worden war. Der Vermieter des Schlosses führte uns durch das alte Gebäude. Nachdem wir den Friedhof besichtigt hatten, kamen wir in einen langen Gang an dessen Wänden die Gemälde der Königsfamilie hingen. Eines dieser Bilder fiel mir besonders auf. Es war das Bild einer wunderschönen jungen Frau, die aber furchtbar unglücklich aussah. Der Vermieter erzählte uns, dass dieses Mädchen vor langer Zeit in einen liebevollen Jüngling verliebt war und sich mit ihm verlobt hatte. Der König war aber mit diesem Beschluss nicht einverstanden, nahm der Prinzessin den Verlobungsring ab und verbannte den Jüngling aus dem Land. Die Geschichte dieser traurigen Prinzessin beeindruckte mich sehr, sodass ich noch lange darüber nachdachte. Gedankenverloren ging ich in mein Zimmer, bemerkte eine Stufe nicht und stieß fest mit meiner Schulter gegen die Mauer. Da fiel ein kleines glitzerndes Ding aus der Vertäflung der Wand und ich hob es sofort auf. Es war der Verlobungsring der Prinzessin. Schnell lief ich auf den Friedhof und legte den Ring auf das Grab der Prinzessin. Als ich den Gang mit den Gemälden zurücklief, wollte ich meinen Augen nicht trauen. Die Prinzessin auf dem Bild lächelte glücklich... Es war einmal eine Frau, die hatte drei Töchter. Alle drei waren schwer krank, und der Arzt sagte, die erste Tochter hätte noch eine Woche zu leben, die zweite zwei und die dritte drei Wochen. Nach sechs Tagen bat die älteste Tochter die Mutter, eine rote Rose an ihr Bett zu stellen, bevor sie sterben musste. Die Mutter ging in einen Blumenladen und bat die Verkäuferin um eine rote Rose. Die Verkäuferin sagte: "Leider haben wir keine roten Rosen mehr, doch wir können ihnen noch eine schwarze anbieten!" Die Mutter nahm die schwarze Rose und stellte sie abends an das Bett der Tochter. Daraufhin fragte das Mädchen die Mutter, warum sie keine rote Rose gekauft hätte. "Sie hatten nur noch schwarze Rosen, es tut mir Leid..." Das Mädchen erwiderte: "Ich spüre, diese Rose wird Unglück über mich bringen." Am nächsten Morgen fand die Mutter das Mädchen tot im Bett vor. Als wieder eine Woche vergangen war, verlangte auch die zweite Tochter nach einer roten Rose, und wieder gab es nur schwarze. Auch diese Tochter fragte die Mutter, warum sie keine rote Rose bekam, und wiederum antwortete die Mutter, sie hätten nur noch schwarze gehabt. Auch diese Tochter erwiderte, dass sie ein nahendes Unglück spüre. Am nächsten Morgen lag das Mädchen wie ihre ältere Schwester tot im Bett. Der Mutter graute es vor der kommenden Woche, und jeder Tag wurde zur Qual. Die schwarzen Rosen kamen der Mutter nicht geheuer vor. Als wieder sechs Tage vergangen waren, merkte auch die jüngste Tochter, dass ihr Ende nahte und bat die Mutter um eine rote Rose. Die Verkäuferin hatte immer noch keine roten Rosen nachbestellt, und der Mutter blieb nichts anderes übrig, als eine schwarze zu kaufen. Das Mädchen spürte, genau wie ihre Schwestern, dass die Rose ein schlechtes Omen war, doch in dieser Nacht bewachte die Mutter ihr Kind mit einem Küchenmesser in der Hand und Angst in den Knochen. Als sie den Glockenturm um Mitternacht läuten hörte und der letzte Schlag verhallt war, kamen zwei Hände aus der Rose. Sie schienen aus Rauch zu sein und legten sich um den Hals des Mädchens. Erschrocken packte die Mutter das zuvor abgelegte Küchenmesser und hackte die rechte Rauchhand ab. Daraufhin zogen sich die Klauen zurück, und das Mädchen lebte am nächsten Morgen noch. Vier Wochen später ging die Mutter in den Blumenladen, um einen schönen Geburtstagsstrauß für eine Freundin zu kaufen. Sie bemerkte, dass die Verkäuferin einen Verband um die rechte Hand trug... Es war einmal ein Mädchen namens Luisa, sie war 10 Jahre alt. Sie hatte eine Puppe, auch sie hieß Luisa. Beide waren unzertrennlich. Eines Tages sagten Luisas Eltern: "Du bist jetzt 10 Jahre alt. Willst du uns nicht beweisen, wie erwachsen du schon bist?" Luisa nickte voller Stolz und fragte: "Was soll ich tun?" "Du sollst ab jetzt nachts ohne deine Puppe auskommen!" Luisa blickte auf ihre Puppe: "Muss das sein?" "Ja, denn nur so kannst du uns beweisen, wie erwachsen du bist!" Luisa gab die Puppe ihrer Mutter, als sie zu Bett ging. In der Nacht wurde Luisa durch eine merkwürdige Stimme wach: "Luisa, Luisa, komm und hol mich! Ich bin in der Küche." Luisa versteckte sich unter ihrer Decke. Als sie gerade wieder eingeschlafen war, hörte sie die Stimme wieder: "Luisa, Luisa, komm und hol mich! Ich bin im Flur." Luisa rutschte noch tiefer unter die Decke. Als sie wieder eingeschlafen war, hörte sie die Stimme erneut: "Luisa, Luisa, komm und hol mich! Ich steh vor deiner Zimmertür." Jetzt konnte Luisa nicht mehr einschlafen. Doch plötzlich war die Stimme verstummt. Total erschöpft sank sie schließlich doch in einen unruhigen Schlaf. In ihrem Traum hörte sie die Stimme wieder: "Luisa, Luisa, komm und hol mich! Ich bin vor deinem Bett." Am nächsten Tag ging die Mutter in die Küche und dachte: "Da war sie wohl doch nicht so mutig! Na ja, egal." Sie ging in Luisas Zimmer, um sie zu wecken. Als sie näher an das Bett kam, sah sie die Puppe grinsend in den Armen ihrer Tochter liegen. Luisa wachte auf und beiden gefror das Blut in den Adern, als sie plötzlich eine Stimme hörten: "Tut das nie wieder!" Ich war einmal alleine zu Hause, weil meine Eltern ausgegangen waren. Ich schaute ganz gemütlich fern und hatte keinerlei Ahnung, was mich an diesem Abend noch erwarten würde. Als meine Lieblingsserie zu Ende ging, hörte ich plötzlich krachende Geräusche, die vom Dachboden kamen. Mit klopfendem Herzen hoffte ich, dass es bloß eine Ratte sei. Doch dann hörten die Geräusche auf, und ich war erleichtert, denn jetzt brauchte ich keine Angst mehr zu haben. Trotzdem ließ mir das keine Ruhe, und darum stieg ich auf den Dachboden hinauf, um nachzusehen. Als ich dort ankam, waren da wieder diese Geräusche, und als ich die Tür aufmachen wollte, kam mir ein starker Wind entgegen. Ich überwand meine Angst, öffnete die Tür, schaute hinein, und entdeckte ein großes Portrait von einer jungen Frau. Von hinten spürte ich einen warmen Luftzug, als ob jemand atmen würde. Blitzschnell drehte ich mich um, und sah wieder das Portrait der jungen Frau. Aber wie konnte das sein, eben war das Portrait doch noch dort vorne, und jetzt war es hinter mir! Verwirrt und auch ein bisschen ängstlich verließ ich schnell den Dachboden, und schaltete den Fernseher wieder ein. Als meine Eltern nach Hause kamen, fragte ich sie, wer der frühere Eigentümer des Hauses gewesen war. Sie erzählten mir eine merkwürdige Geschichte, von einem einsamen Künstler, der in eine junge Frau verliebt gewesen war, die hier angeblich im Haus verschwunden sein soll. Der einsame Künstler malte nur noch ein einziges Bild in seinem Leben, das Portrait dieser jungen Frau. Wahrscheinlich kommt sie aus dem Jenseits, um es sich zurück zu holen! Mein Opa erzählte mir einmal etwas unglaubliches: Es war im Jahre 1945. Charles, ein guter Freund meines Opas, liebte eine junge Frau namens May. Zuerst wusste May nicht genau, was sie davon halten sollte, aber dann verliebte sie sich auch und die Beiden wurden ein Paar. Eines Abends ging mein Opa auf dem Friedhof spazieren und entdeckte Charles und May. Sie saß auf einem Grabstein und er lag ihr zu Füßen. Sie sahen so glücklich aus und Charles wandte sich an May:" Ich liebe dich. Ich würde sogar von den Toten auferstehen, um dich zu heiraten." Zwei Tage vor der Hochzeit musste Charles mit dem Zug nach London, denn sein Onkel war schwer Krank. Er hinterließ eine Nachricht für meinen Opa: Bitte hol mich am Tag meiner Hochzeit um 15.00 Uhr am Bahnhof ab. Von dort fahren wir dann direkt zur Kirche. Und noch etwas: Ich würde mich freuen, wenn du mein Trauzeuge wirst. Lieben Dank, Charles. Wie vereinbart stand mein Opa um 15.00 Uhr am Bahnhof. Als der Zug eingefahren war stiegen alle Leute aus. Alle - außer Charles. Mein Opa wurde unruhig und wartete noch fünf Minuten, doch Charles tauchte nicht auf. Da rannte mein Opa so schnell er konnte zur Kirche um die Gäste zu benachrichtigen. Doch als er zur Kirche kam standen schon alle draußen und die Hochzeit war bereits vorüber. Mein Opa erblickte Charles neben seiner Frau May. Er hatte einen starren Blick und eine unnatürlich weiße Gesichtsfarbe. Mein Opa fand das ganze sehr merkwürdig, aber freute sich für die Beiden. Bis sie in der Kutsche vor Mays Haus vorfuhren, und mein Opa die Kutschentür öffnete. Er sah zunächst nur May, die fürchterlich weinte und daneben lag der tote Charles, mit dem gleichen Gesichtsausdruck wie in der Kirche. Charles wurde genau an dem Ort begraben an dem er zu May gesagt hatte: “Ich würde sogar von den Toten auferstehen um dich zu heiraten....“ In den Ferien durfte ich zu meiner Freundin Sarah fahren und dort eine Woche lang auf dem Bauernhof ihrer Eltern übernachten. Am Samstagabend teilten uns ihre Eltern mit, dass sie am nächsten Abend nicht da sein würden, sie wollten zu Bekannten. Als sie uns fragten, ob wir mitkommen wollen, schüttelten wir heftig den Kopf. Auf keinen Fall! So eine Chance, allein zu Hause zu sein, wollten wir uns nicht entgehen lassen. Allerdings wussten wir da auch noch nicht, was auf uns zukommen würde. Als Sarahs Eltern am nächsten Tag wegfuhren, liehen wir uns zuerst einmal einen spannenden Gruselfilm aus. Wir fütterten die Tiere, machten es uns auf dem Sofa bequem und futterten reichlich Popcorn. An einer ziemlich gruseligen Stelle im Film krachte es plötzlich laut. Erschrocken schauten wir uns an. "Was war das?", leise schlichen wir die Treppe hoch. Sarah wollte das Licht anschalten, aber es ging nicht. "Stromausfall!", murmelte sie mehr zu sich selber anstatt zu mir. Wir holten uns zwei Taschenlampen und schauten uns überall um. Als wir schon wieder aufhören wollten, krachte es erneut. "Dass kam aus dem Dachboden!", sagte ich zu Sarah. "Komm schauen wir mal nach", antwortete sie. "Müssen wir wirklich...", stammelte ich. Schon der bloße Gedanke an den Dachboden versetzte mir einen Schlag. "Komm, sei kein Feigling!" sagte sie. Das wollte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen. Also ergab ich mich und ging mit ihr auf den Dachboden. Doch als wir oben ankamen sahen wir, dass niemand hier oben war. Aber so leicht ließen wir nicht locker. Wir suchten vergebens jeden Winkel ab, fanden aber nichts. Im Flur unter uns ertönte plötzlich ein schauriges Lachen. Wir fuhren beinahe gleichzeitig zusammen, doch Sarah - die Mutige - fing sich gleich wieder und rannte nach unten. Kläglich versuchte ich sie zurückzuhalten, aber entweder ignorierte sie mich oder sie hörte mich einfach nicht. Nach einer Weile verstummten die Geräusche. Aufgeregt lief ich nach unten. "Sarah", rief ich, doch es kam keine Antwort. Stattdessen hörte ich ein Lachen, das eindeutig Sarah gehörte. Ich lief in das Zimmer, aus dem das Lachen kam, und da sah ich Sarah, mit einem merkwürdig aussehenden Gerät in der Hand, auf der Couch sitzen und lachen. Ich hörte mich fragen, was das sein sollte. Und sie antwortete unter Kichern: "Das ist ein Gerät, das schaurige Geräusche macht. Es gehört meinem Cousin, er hatte es letzte Woche bei uns vergessen. Erinnerst du dich, wie du hier vor ungefähr drei Stunden nach einem Radio Ausschau gehalten hast? Da hast du wahrscheinlich das hier entdeckt und es vielleicht angeschaltet". Ja, ich erinnerte mich. Es war genauso, wie Sarah es gesagt hatte. Tatsächlich habe ich einen Radio gesucht und dieses Gerät angeschaltet. Jetzt musste ich mitlachen und als Abschluss ließ Sarah noch ein paar Geräusche ertönen. Dieses Erlebnis werde ich nie vergessen! Mary Jones, eine Studentin an der Universität in London, ging nach dem Vortrag des Professors zur Bushaltestelle und wollte nach Hause fahren. Im Bus ließ sie sich neben einer älteren Frau, die sehr altmodische Kleidung trug, in den Sitz fallen und seufzte. Der Vortrag war wieder sehr langweilig gewesen. Er war über Elisabeth Cole gewesen, eine alte Dame, die im sechzehnten Jahrhundert gelebt hatte und angeblich in die Zukunft sehen konnte. Jedenfalls hatte sie das zu Lebzeiten immer behauptet. Und einer Legende nach sollte sie noch heute ab und zu auftauchen und Menschen vor schlimmen Ereignissen warnen. Mary glaubte kein Wort. "Blöder Aberglaube!" dachte sie, "Wahrscheinlich hat sie ein paar Mal das Wetter des nächsten Tages richtig geraten!" Kurz vor der Haltestelle an der sie aussteigen musste, sprach sie die alte Frau neben ihr an: "Nehmen sie sich in Acht vor dem hoch gewachsenen Mann im langen grauen Mantel!" Ihr Englisch klang sehr alt. Bevor Mary Jones fragen konnte, was das denn bedeutete, war die Dame verschwunden. Verwundert stieg sie aus dem Bus und schaute noch einmal zurück, doch die alte Lady war nicht mehr da. "Die wollte mich wohl verschaukeln!" sagte sie verärgert zu sich selbst. Mit langen Schritten lief sie den Gehweg entlang, aber um nach Hause zu kommen, musste sie durch den Stadtpark. Also bog sie in den anderen Weg ein. Im Park waren nur wenige Leute. Da sprach ein großer Mann in einem langen grauen Trenchcoat sie an. "Entschuldigen sie bitte, aber könnten sie mir helfen. Meine Autoschlüssel sind mir da drüben unter dem Baum heruntergefallen. Wären sie wohl so nett und würden mir suchen helfen?" Mary bejahte, ging zu dem Baum und bückte sich. Als sie wieder aufstehen wollte, packten sie kräftige Hände am Hals und drückten zu. Schreien konnte sie nicht mehr. In ihren letzten Atemzügen fiel ihr die Warnung der alten Dame im Bus wieder ein und das Portrait, das der Professor ihnen von Elisabeth Cole gezeigt hatte. Die Frau auf dem Bild hatte genauso ausgesehen wie die Frau im Bus. Nur jünger...
23.12.07 11:47
 


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